![]() Andreas Wittig, Geschäftsführer Karina Wittig
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Optiker Wittig
Ein zwölfköpfiges Team sorgt bei Augenoptiker Wittig in Berlin-Charlottenburg für Durchblick Qualität durch Service Als Andreas Wittigs Vater 1958 seinen Augenoptikerbetrieb gründete, war dieses Handwerk noch ein reiner Männerberuf und Frauen eine Rarität. Inzwischen hat sich das Verhältnis umgekehrt: Heute arbeiten in diesem Beruf überwiegend Frauen. So auch bei Augenoptik Wittig. In den drei Betriebsstätten arbeiten insgesamt zehn Frauen und zwei Männer. Und noch ein wichtiger Wandel hat sich vollzogen: Aus dem Handwerksberuf ist mittlerweile ein moderner Dienstleistungsberuf geworden, denn Sehhilfen jeder Art sind heute kein bloßer Gebrauchsgegenstand mehr, sondern ein modisches Accessoire. Augenoptiker müssen deshalb nicht nur die handwerklichen Grundlagen beherrschen. Sie müssen die Modetrends kennen und ihre Kunden auch in Stilfragen kompetent beraten können. Gerade in diesem qualitativ hochwertigen Leistungsangebot erkennt der Geschäftsführer Andreas Wittig die Chance der kleinen Augenoptikerbetriebe, sich gegenüber den großen Ketten zu behaupten: „Wir wollen und können nicht die billigsten sein, aber dafür bieten wir unseren Kunden mehr Know-how und Service für einen guten Preis." Mit Frauenförderung Wettbewerbsvorteile erzielen Angesichts der starken Konkurrenz ist die Qualifikation der Beschäftigten daher ein wichtiger Erfolgsfaktor und professionelle Personalarbeit für die Sicherung der Firma unerlässlich. „Bei der Auswahl entscheidet natürlich die Eignung,“ betont Karina Wittig, die Ehefrau des Geschäftsführers und seit Jahren an der Führung des Betriebs beteiligt, „und nicht das Geschlecht.“ Dass Frauen generell besser für den Beruf des Optikers geeignet sind, können Herr und Frau Wittig nicht bestätigen, aber es bewerben sich deutlich mehr Frauen als Männer bei ihnen. Momentan beschäftigen die Wittigs drei weibliche Auszubildende. Eigentlich war nur eine Stelle frei, aber bei der Auswahl der Bewerberinnen konnte sich das Ehepaar einfach nicht entscheiden. „Da dachten wir uns, dass es Unsinn wäre, eine Münze zu werfen und haben einfach alle drei genommen!“, erläutert Karina Wittig. Nachwuchs auszubilden ist laut Andreas Wittig eine Frage der ökonomischen Vernunft und eine Investition in die Zukunft, denn wen er selbst ausbildet, der ist später optimal auf die speziellen Anforderungen in seinen drei Filialen vorbereitet. Neben dem Komplettservice für Brillen und Contactlinsen bieten die Fachgeschäfte auch einen Foto- und Rahmungsservice an. Das im eigenen Hause ausgebildete Personal ist dann auch in diesem Bereich eingearbeitet. Auch Personalentwicklung ist für das Ehepaar Wittig kein Fremdwort. Die Verpflichtung zur Weiterbildung steht sogar im Arbeitsvertrag, und regelmäßig werden Fortbildungsseminare besucht. Einer jungen Mitarbeiterin wurde ermöglicht, ein Meisterstudium zu beginnen und trotzdem mit einem festen Teilzeitvertrag weiter im Betrieb zu arbeiten. Eine andere Mitarbeiterin wurde - trotz fehlender Ausbildung - nach einer längeren Anlernzeit in das Team mit aufgenommen: Die damals 37jährige, gelernte Melkerin aus Brandenburg, die bereits mehrere Jahre arbeitslos war, beeindruckte das Ehepaar Wittig durch Ihr Engagement so stark, dass sie kurzer Hand entschieden, der Bewerberin eine Chance zu geben. Selbstverständlich familienfreundlich Sechs der zwölf Beschäftigten haben insgesamt 11 Kinder - doch für Andreas Wittig ist das kein Problem. „Wir haben selbst zwei Kinder und wissen, wie das läuft. Es gibt immer mal Situationen, in denen die Kinder überraschend früh nach Hause kommen. Und was ist in den Ferien?“ Die Kinder können jederzeit mitgebracht werden und sich in den Räumen, die sich an den Laden anschließen, aufhalten. Doch auch für die Erledigung anderer privater Angelegenheiten hat die Geschäftsführung Verständnis. Dabei hat das Ehepaar Wittig die Erfahrung gemacht, dass Frauen trotz ihrer familiären Verpflichtungen sehr viel flexibler sind als Männer. In Notfällen gab es noch nie Probleme im Team, und Lösungen fanden sich immer. Dabei ist der Betrieb sehr auf die fachliche, zeitliche und örtliche Flexibilität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewiesen. Denn festgelegte Teams und Hierarchien gibt es in keinem der Geschäfte. Statt dessen gilt das Rotationsprinzip: Alle werden grundsätzlich überall eingesetzt. So kann - auch sehr kurzfristig - auf Nachfrageschwankungen und Personalausfälle reagiert werden. Auf diese Vertretungsmöglichkeiten können sich beide, Geschäftsführung und Personal, verlassen. Für dieses überzeugende Konzept wurde das „Wittig-Team“ in Berlin schon zweimal ausgezeichnet: Als frauenfreundlichstes Unternehmen gab es im Jahr 2000 den ersten Preis des Bezirks Charlottenburg und im Jahr 2001 den zweiten Preis im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. |