Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft Berlin e.V. E-Quality · Management
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Beate Seewald, Geschäftführerin des Rehazentrums

zur Person
Beate Seewald, 1959 in Bayern geboren und aufgewachsen, ist eine Frau der Tat und eine Frau voller Ideen. Nachdem der Scheidung von ihrem Mann wagte sie einen kompletten Neustart und baute in Lübben ihre eigene Klinik auf. Erfahrungen im Bereich der Rehabilitation hatte sie als Assistentin der Geschäftsführung bereits sammeln können. Doch dann kam es darauf an, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen: Baupläne zu studieren, mit der BfA und mit den Banken zu verhandeln und nicht zuletzt die Grünen in Brandenburg zu überzeugen, die Klinik im Biosphärenreservat des Spreewaldes zu bauen. Heute lebt sie mit den drei Kindern und ihrem neuen Lebenspartner in einer ausgebauten Mühle in der Nähe von Lübben. Das neueste Projekt der überzeugten Anhängerin der neuen Informationstechniken: die Medical Media GmbH, die u.a. Reha-Kliniken mit Internetcafes ausstatten soll.

zum Unternehmen
Geschäftsfelder:
Das Rehabilitationszentrum Lübben verfügt über 240 Betten und ist auf die Bereiche Orthopädie und Onkologie spezialisiert. Es gibt ambulante, stationäre und teilstationäre Behandlungsangebote.

Umsatz:
k.A.

Mitarbeiter/innen:
156, davon 30 Männer und 126 Frauen

Anteil von Frauen an
Führungspositionen:

100 Prozent

Maßnahmen:
· Förderung des weiblichen Führungsnachwuchses
· Individuelle Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie
· Telearbeitsplätze
· Weiterbildungsangebote

Kontakt:
Beate Seewald
Rehazentrum Lübben
Postbautenstraße 50
15907 Lübben
eMail: b.seewald@rehazentrum.com
Internet: www.rehazentrum.com

Rehabilitationszentrum Lübben

Ein modernes Betreuungskonzept, eine weibliche Führungscrew sowie Sensibilität für die Belange der Mitarbeiter/innen sind das Erfolgsrezept des Rehazentrums Lübben


Mit Blick aufs das Ganze

Die Reform des Gesundheitswesen stellt Rehabilitationszentren in unserem Land vor große Herausforderungen: Während einerseits mehr denn je Kosten eingespart werden müssen, steigen anderseits die Anforderungen an Effektivität und Qualität der Versorgung und Betreuung der Patienten. Im Brandenburgischen Lübben, mitten im Biosphärenreservat des Spreewaldes, meistert eine junge Klinikleiterin auf sehr erfolgreiche Weise diesen schwierigen Spagat. Bereits die transparente Architektur des dreiflügeligen Gebäudes, die lichtdurchfluteten Räume und Atrien und die modernen Kunstwerke, auf die man allerorten trifft, signalisieren: hier herrscht ein offener, experimentierfreudiger Geist. Und dieser bewährt sich auch im Wettbewerb, dem sich die Kliniken deutschland- und bald auch europaweit mehr und mehr ausgesetzt sehen.
Die 42jährige Geschäftsführerin hat ihr Handwerk von der Pike auf gelernt. Ein fundiertes Studium der Betriebswissenschaft, vor allem aber jahrelange Erfahrungen im Rehabilitationsbereich, gaben der aus Bayern stammenden Beate Seewald den Rückhalt, Anfang der 90er Jahre eine eigene Klinik in einem östlichen Bundesland aufzubauen. Heute ist das Reha-Zentrum Lübben der größte Arbeitgeber der Umgebung und nicht nur ein ökonomischer, sondern auch ein kultureller Anziehungspunkt in der sozial eher schwach strukturierten Region.


Frauen in der Führungsriege

Beim Aufbau der Klinik hat Beate Seewald bewusst darauf geachtet, die Leitungspositionen mit Frauen zu besetzen. Das Gesundheitswesen ist zwar traditionell eine Frauendomäne, aber in den Führungsetagen sind Frauen äußerst selten anzutreffen. In Lübben jedoch wird nicht nur die Verwaltung von Frauen geführt, sondern auch der medizinische Bereich. Der bislang männliche Chefarzt wurde vor kurzem durch eine weiblichen Direktorin ersetzt. "Für mich ist selbstverständlich, dass ich das, was ich für mich selbst in Anspruch nehme, auch anderen zugestehe", erklärt Beate Seewald. Doch sie hat nicht nur die Frauen in den Führungspositionen im Blick. Insgesamt achtet sie darauf, dass für die mittlerweile 156 Angestellten motivierende Arbeitsbedingungen herrschen – die letztlich wieder den Patientinnen und Patienten zu gute kommen. Gemeinsame Veranstaltungen und Projekte tragen zu einem guten Betriebsklima bei.


Familienfreundlichkeit ist selbstverständlich

Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist für Beate Seewald, selbst Mutter von drei Kindern, gleichfalls eine Selbstverständlichkeit.
Zum Beispiel können die Angestellten im Schichtdienst in ihren Arbeits-Gruppen die Einteilung und den Tausch der Schichten selbst bestimmen. Ein ausgeklügeltes EDV-System hilft bei der Organisation.
Für eine Mitarbeiterin im Erziehungsurlaub wurde vor kurzem ein Telearbeitsplatz eingerichtet, jetzt teilen sich die junge Mutter und ihre Vertretung den Arbeitsplatz. Wenn der Schuh drückt, wenn es Probleme mit Kindern oder den [Ehe]Partnern gibt, hat die Klinikchefin stets ein offenes Ohr. Ihr Bemühungen brachten der Klinik u.a. den Preis "Frauenfreundlichster Betrieb in Brandenburg" ein, auch beim diesjährigen Bundeswettbewerb „Familienfreundlicher Betrieb“ kam das Reha-Zentrum in die engere Auswahl. All das sorgte für Publicity, die Beate Seewald durchaus zu schätzen und zu nutzen weiß.
Bisher, so erläutert sie, seien jedoch viele Entscheidungen auf den Einzelfall gemünzt gewesen. Auch hätten ihre Vorstöße und Projekte nicht immer das Wohlwollen der Belegschaft, insbesondere des Betriebsrates gefunden. Um die Erfahrungen zu bündeln und zu einem schlüssigen Konzept zusammen zu führen, hat sich Beate Seewald nun professionelle Hilfe geholt. Die Hertie-Stiftung führt in der Klinik zur Zeit das Audit "Beruf und Familie" durch. Es wurden Arbeitsgruppen eingerichtet, die dem Betriebsrat und den Beschäftigten breite Mitwirkungsmöglichkeiten am betrieblichen Innovationsprozeß bieten. Die Arbeitsgruppen sind noch an am Werkeln, doch bereits jetzt zeichnet sich der positive Effekt ab, dass das Thema breiter verhandelt wird. Zum Beispiel ist in der Diskussion, Arbeitszeitkonten einzuführen und für längere Auszeiten, sogenannte Sabbaticals, Zeitguthaben anzusparen. Denn um das im medizinischen Bereich häufig anzutreffende "Burn-Out-Syndrom" zu verhindern, ist es nach Ansicht von Beate Seewald absolut notwendig, "dass die Mitarbeiter Zeit haben, sich nicht nur um andere, sondern auch einmal um sich selbst zu kümmern".


 

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