![]() Manfred Bankhofer
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GHM Gesellschaft für Handwerksmessen mbH
Die Gesellschaft für Handwerksmessen mbH setzt auf innovative Arbeitsorganisation Ein Unternehmen im Wandel Alles hatte mit einem harmlosen Gespräch am Flughafen angefangen. Herr Bankhofer, einer der beiden Geschäftsführer der Gesellschaft für Handwerksmessen mbH, traf dort zufällig auf Frau Frech, Unternehmensberaterin bei Fauth-Herkner & Partner. Beim „Plausch“ vor der Gepäckausgabe wurde Herr Bankhofer hellhörig: „Als ich von Frau Frech den Begriff ‚familienorientierte Personalpolitik‘ hörte, wurde mein Interesse geweckt. Da sollte es doch tatsächlich ein Konzept geben, dass die Familieninteressen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördert und gleichzeitig den Unternehmenserfolg steigert?“ Seine anfängliche Skepsis legte sich schnell: „Mir wurde im Laufe weiterer Gespräche klar, dass dieses Konzept viele Probleme lösen könnte, die wir bei der GHM haben. Wir haben uns dann für die Teilnahme am Audit Beruf und Familie entschieden, weil wir uns davon eine Optimierung der innerbetrieblichen Informations- und Kommunikationspolitik und eine stärkere Akzeptanz flexibler Arbeitszeitsysteme bei unseren Führungskräften erhoffen.“ Mit Hilfe der Unternehmensberatung Fauth-Herkner & Partner wurde ein Projektteam ins Leben gerufen, in dem alle Beschäftigtengruppen vertreten waren. Dieses Team analysierte dann die Ist-Situation im Unternehmen im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Danach wurde gemeinsam mit der Führung ein Ziele- und Maßnahmenkatalog erstellt, der seitdem umgesetzt wird. Arbeitszeitsouveränität als Vision Als Messeveranstalter ist die GHM in hohem Maße darauf angewiesen, dass die Arbeitszeiten flexibel dem Bedarf angepasst werden können. Die Arbeitsbelastung schwankt stark: Besonders unmittelbar vor und während der Messen ist die Arbeit mit einem normalen 8 Stunden Tag nicht zu bewältigen. Deshalb hat die GHM schon früh ein flexibles Arbeitszeitsystem mit Gleitzeitregelung und Jahresarbeitszeitkonten eingeführt. Perioden mit hoher Arbeitsbelastung führen zu einem Guthaben auf dem Zeitkonto, dass später im Jahr durch mehr Freizeit wieder ausgeglichen werden kann. Mittlerweile gibt es auch einen Telearbeitsplatz im Unternehmen – ein Modell, das in Zukunft weiter ausgebaut werden soll. Doch damit ist der Unternehmer Bankhofer noch nicht zufrieden. „Die Arbeitszeit muss noch flexibler werden. Durch die Auditierung sind uns viele Möglichkeiten aufgezeigt worden, die wir in Zukunft umsetzen wollen. So überlegen wir beispielsweise, die Kernarbeitszeiten ganz aufzulösen und als weiteres Teilzeitmodell eine Vier-Tage-Woche einzuführen. Um Arbeitsspitzen besser abdecken zu können und unser Personal in Spitzenzeiten zu entlasten, prüfen wir ausserdem die Möglichkeit, weitere Teilzeitkräfte ein zu stellen.“ An den Führungskräften führt kein Weg vorbei Trotz dieser zahlreichen Regelungen stellte sich bei der Analyse der Ist-Situation heraus, dass diese nicht ausreichend genutzt werden. Vor allem Vorbehalte bei den Führungskräften hemmen die Umsetzung noch. Sie müssen mehr Vertrauen in die Eigenverantwortung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickeln und lernen, Aufgaben verstärkt zu delegieren. Eine Projektgruppe wird jetzt die neuen Anforderungen für Führungskräfte erarbeiten. Die Teilnahme an entsprechenden Schulungen und Seminaren wird dann für alle verpflichtend sein. Im Sommer 2002 ist die GHM für ihr Engagement mit dem Grundzertifikat des Audits Beruf und Familie ausgezeichnet worden. |