![]() Renate Wielpütz
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FrauenComputerZentrumBerlin (FCZB)
Das FrauenComputerZentrumBerlin überzeugt mit innovativen Weiterbildungskonzepten für Frauen und einer sehr flexiblen Unternehmensorganisation Die Zukunft gestalten Ungeachtet aller Marktturbulenzen bietet die IT- und Multimedia-Branche gute Berufs- und Karrierechancen – auch beim Quereinstieg. Die Anforderungen sind allerdings hoch: Das Tempo der technologischen Neuerungen ist atemberaubend, permanente Weiterbildung ein absolutes Muss. Zu den Unternehmen, die sich mit der Forschung & Entwicklung innovativer Weiterbildungskonzepte in diesem Bereich profiliert haben, gehört das 1984 gegründete FrauenComputerZentrumBerlin [FCZB]. Wer sich hier fortbildet, lernt nicht nur, Office- und Experten-Programme, Internet und Intranet professionell zu nutzen. Vermittelt werden auch die nötigen Methoden- und Selbstmanagementkompetenzen für „lebenslanges Lernen“ und für neue Arbeitsformen wie Telearbeit. Ein integriertes Qualifizierungskonzept, das sich bewährt hat. Aber warum nur für Frauen? „Wir wollen den Zukunftssektor der neuen Technologien für Frauen erschließen“, erklärt die Geschäftsführerin Renate Wielpütz, „und Frauen haben andere Ausgangsbedingungen als Männer.“ Tradierte Rollenmuster und Rollenerwartungen sind hartnäckig. Deshalb fällt es Frauen auch heute noch schwer, sich für Berufe in den klassischen „Männerdomänen“ zu entscheiden oder wenn sie es tun, dort Fuss zu fassen und anerkannt zu werden. Konsequent zielgruppenorientiert Daran hat auch die gemeinsame Ausbildung der Geschlechter nicht viel geändert. Im Gegenteil. „In den USA z. B. ist die Koedukation kein pädagogisches Credo“, stellt die studierte Politikwissenschaftlerin fest, „und mit frauenspezifischen Computerschulungen wurden dort gute Erfahrungen gesammelt.“ Dass Frauen insbesondere im mathematischen und technisch-naturwissenschaftlichen Bereich deutlich bessere Ergebnisse erzielen, wenn sie geschlechtergetrennt ausgebildet werden, haben auch diverse Studien nachgewiesen. Das FCZB nutzt diese Erkenntnisse und bezieht die sehr praxis- und ergebnisorientierten Zugänge von Frauen zur Technik in das Weiterbildungskonzept ein. Und das Lehrpersonal? „Zu unserem externen Dozenten-Pool gehören auch Männer“, erläutert Renate Wielpütz, „aber unser Stammpersonal besteht aus Frauen, weil wir wissen, wie wichtig die Ermutigung durch weibliche ‚role models‘ gerade in diesen Berufsfeldern ist.“ Auch die Rahmenbedingungen werden nicht vergessen: Da viele Teilnehmerinnen Mütter sind, sorgt das FCZB für möglichst familienfreundliche Unterrichtszeiten. Konsequent markt- und zielgruppengerecht – dieses Prinzip ist für den Bildungsträger zur Erfolgsformel geworden. „Die Vermittlungsquote unserer Absolventinnen liegt bei 80-90 Prozent“, berichtet Renate Wielpütz stolz. Arbeit intelligent reorganisieren Ein Erfolg, den das FCZB seinem leistungsstarken Team und seiner engagierten Unternehmenspolitik verdankt. Frauenförderung und Familienorientierung prägen natürlich auch die interne Betriebskultur. Verschiedene Teilzeitmodelle und flexible Arbeitszeiten gibt es im FCZB schon seit Ende der 80er Jahre und erleichtern es den Müttern im Team, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. „So konnten wir unsere Fachfrauen an das Unternehmen binden“, sagt Renate Wielpütz, „und die Maßnahmen waren auch wichtig für unsere ‚corporate identity‘.“ 1999 ging das FCZB dann noch einen Schritt weiter und führte alternierende Telearbeit ein. An den Telearbeitstagen müssen die Mitarbeiterinnen von 9-13.00 Uhr im Home Office erreichbar sein, die übrige Zeit können sie frei einteilen. So sind bei Bedarf längere Pausen möglich, und die restliche Arbeitszeit kann entsprechend den persönlichen Bedürfnissen der Mitarbeiterinnen gestaltet werden. Ist Telearbeit also die optimale Lösung für berufstätige Eltern? „Telearbeit ist sicher ein Beitrag, aber nicht die Lösung aller Probleme“, warnt Renate Wielpütz vor unrealistischen Erwartungen, „entscheidend bleibt die Veränderung der Rahmenbedingungen – vor allem bei der Kinderbetreuung.“ Gelohnt haben sich die Investitionen in diese neue Arbeitsform aber allemal. „Die Frauen schätzen nicht nur das konzentriertere Arbeiten und die größere Zeitsouveränität“, berichtet die Geschäftsführerin, „auch die Produktivität ist deutlich gestiegen.“ Das Extranet hilft Elternzeiten managen Ganz neue Möglichkeiten eröffnet das Extranet bei Familienpausen. Im FCZB werden Elternzeiten frühzeitig gemeinsam besprochen und ein enger Kontakt gepflegt. Dass die Mütter auch während der Familienpause zu den Teamsitzungen eingeladen werden, ist schon lange eine Selbstverständlichkeit. „Aber jetzt können die Frauen sich auch noch bequem im Netz über wichtige Vorgänge informieren“, erläutert Renate Wielpütz, „und dadurch wird der Wiedereinstieg für sie viel leichter.“ Dass Fachwissen und Qualifikationen schnell wieder auf dem neuesten Stand sind, dafür sorgt zudem das dichte Weiterbildungsprogramm, das natürlich auch intern unverzichtbar ist. Keine Nachteile also durch ein reines Frauenteam? „Die Mitarbeiterinnen sind hoch motiviert, unser Betriebsklima ist sehr gut und die Fluktuationsrate sehr gering“, stellt Renate Wielpütz lachend fest, „und die Qualität und der innovative Charakter unserer Fortbildungen werden von den Teilnehmerinnen und den Firmen gleichermaßen geschätzt.“ Für seine frauen- und familienfreundliche Unternehmenspolitik wurde das FCZB im Mai 2001 mit dem Total E-Quality-Award ausgezeichnet. |